Island ist da, wo die Landschaft ihre eigene Musik komponiert

Von Geysiren, Björk, magischen Landschaften und einem Hideaway am Ende der Welt.

Es gibt Länder, die bereist man. Andere hört man auch zuhause weiter. Island gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

 

Und das liegt  an der unglaublichen Weite, an den Landschaften zwischen tiefschwarzen Lavafeldern, leuchtendem Grün und Gletschern und an dieser besonderen Stille, die eigentlich gar keine ist.

Denn Island rauscht, brodelt, zischt und donnert. Wasser stürzt in die Tiefe, heiße Quellen blubbern, Wind fegt über die Landschaft.

Die Natur ist hier alles andere als schweigsam.

Und genau das hat mich auf meinen Reisen besonders fasziniert: Island klingt.

 

Wenn Landschaft zu Musik wird

Ich liebe Musik. Doch mich interessiert nicht nur, wie sie klingt, sondern auch, wo sie entsteht und was Künstler*innen inspiriert.

Island hat eine erstaunlich vielfältige Musikszene hervorgebracht. Björk, Sigur Rós, Ólafur Arnalds oder Of Monsters and Men, ganz unterschiedliche musikalische Welten, in denen ich dennoch etwas von dieser Insel wiederzuerkennen glaube:

Weite, Gegensätze, Verletzlichkeit und eine unbändige Energie.

Besonders Björk verkörpert für mich diese isländische Eigenwilligkeit. Ihre Musik ist archaisch und futuristisch zugleich, experimentell, manchmal verstörend und immer unverwechselbar. Als würde sie die Natur nicht einfach musikalisch beschreiben, sondern ihre Energie in Klänge verwandeln.

Bei Sigur Rós höre ich die Weite der Landschaft. Bei Ólafur Arnalds die Stille zwischen den Tönen.

Natürlich ist das meine ganz persönliche Interpretation. Doch während meiner Reisen hatte ich immer wieder das Gefühl, die Musik dieser Insel ein wenig besser zu verstehen.

 

Der Geysir - ein Naturschauspiel mit perfektem Timing

Auf dem berühmten Golden Circle, auch Golden Triangle genannt, begegnet man drei Höhepunkten Islands: dem Þingvellir-Nationalpark, dem Geothermalgebiet rund um Geysir und dem mächtigen Wasserfall Gullfoss.

Besonders der Strokkur hat es mir angetan.

Man steht da, wartet, ein leichtes Blubbern. Eine kurze Pause. Und plötzlich schießt eine gewaltige Fontäne heißen Wassers in den Himmel.

Was für eine Dramaturgie!

Als Musikliebhaber denke ich sofort an Rhythmus, Spannung und den perfekten Einsatz. Der Strokkur beherrscht das ganz ohne Dirigenten.

Und Gullfoss liefert anschließend das große Fortissimo.

Island hat eben seine eigene Partitur.

 

Reykjavík - (m)eine kleine Hauptstadt mit großer Musikszene

In Reykjavík begegnet man der anderen, urbanen Seite Islands: kleinen Clubs, kreativen Musikprojekten, Jazz, elektronischer Musik und internationaler Klassik.

Besonders beeindruckend finde ich die Harpa, das Konzerthaus direkt am Wasser. Ihre gläserne Fassade spielt mit Licht und Farben und erinnert an die geometrischen Formen der isländischen Natur.

Für mich ist sie ein wunderbares Beispiel dafür, wie Architektur, Landschaft und Musik miteinander verschmelzen können.

Genau solche Orte liebe ich. Orte, an denen ein musikalisches Erlebnis nicht erst mit dem ersten Ton beginnt, sondern bereits beim Ankommen.

 

Hótel Búðir - ein Hideaway, das mich nicht loslässt

Ein ganz besonderer Ort meiner Reisen war immer wieder das Hótel Búðir auf der Halbinsel Snæfellsnes, wo ich übernachtet habe.

Schon die Lage ist außergewöhnlich. Mitten in einer Landschaft aus Lavafeldern, Bergen und Atlantikküste steht dieses Hotel, fast so, als hätte es sich ganz bewusst einen Platz abseits der Welt gesucht.

Ganz in der Nähe die berühmte schwarze Kirche Búðakirkja. Dahinter die Weite und über allem dieses unvergleichliche isländische Licht.

Für mich sind die Übernachtungen dort weit mehr als eine praktische Station auf der Reise. Es ist eine Gelegenheit, die Landschaft auf mich wirken zu lassen, ohne gleich zum nächsten Höhepunkt aufzubrechen.

Und wieder und wieder musste ich an Musik denken.

An die leisen Passagen einer Komposition, an die Momente, in denen scheinbar wenig passiert und gerade deshalb besonders viel entsteht.

Für mich ist das die eigentliche Kunst eines guten Hideaways: Es braucht keine permanente Inszenierung. Der Ort selbst erzählt bereits eine Geschichte.

 

Warum Island und Music Travel Hideaways zusammenpassen

Bei Music Travel Hideaways beschäftigen wir uns immer wieder mit der Frage, was eine Reise wirklich außergewöhnlich macht.

Natürlich sind es großartige Konzerte, faszinierende Künstler*innen und besondere musikalische Begegnungen.

Doch eben nicht nur.

Es sind auch die Landschaften, die wir entdecken, die Orte, an denen wir übernachten, die überraschenden Momente zwischen zwei Programmpunkten.

Island zeigt mir genau das immer wieder eindrucksvoll.

Ein Konzert in Reykjavík kann der musikalische Höhepunkt einer Reise sein. Doch erst die Begegnung mit der Insel, ihrer Natur und ihren besonderen Orten macht daraus ein Erlebnis, das weit über den Konzertabend hinausreicht.

Das ist für mich der Unterschied zwischen einer Reise und einer Musikreise.

Die eine bringt uns in und um die Welt. Die andere lässt uns die Welt mit der Musik entdecken.

Und sehr häufig höre ich übrigens danach – zurück in Berlin - sogar die Musik selbst mit anderen Ohren.

 

Island aus meiner Sicht

Was bleibt von meinen Reisen?

Das Bild eines Geysirs, der mit unglaublicher Energie in den Himmel schießt. Die Stille auf Snæfellsnes. Das besondere Gefühl, im Hótel Búðir mitten in dieser gewaltigen Landschaft zu übernachten. Und die Erkenntnis, dass Natur und Musik mehr gemeinsam haben, als wir manchmal vermuten. Island – ich komme wieder.

Und wenn ich künftig Björk oder Sigur Rós höre, werde ich Island vor Augen haben, und vielleicht auch ein wenig Wind, Wasser und Weite in den Ohren.

Ja, die schönsten Musikreisen enden nicht mit dem Rückflug. Sie klingen im hier und jetzt weiter.

 

Hier findest du unsere aktuellen Musikreisen nach Island

 

Über den Autor

Jürgen Mamczek ist Gründer und Geschäftsführer von Music Travel Hideaways und seit mehr als 30 Jahren in der Tourismusbranche tätig.

Die meisten Reiseziele und Hotels, die er empfiehlt, kennt er aus eigener Erfahrung. Island hat er bereits mehrfach bereist und dabei zahlreiche Regionen der Insel kennengelernt.

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